Wie funktioniert ein CGM-System für den täglichen Einsatz?

Das Grundprinzip der Messung ist bei all diesen Systemen gleich, ebenso die Bestandteile, die ein CGM-System ausmachen:

1. Der Sensor (Messelektrode)

Sensor mit Kanüle

Wer bereits eine Insulinpumpe trägt, kennt das Prinzip: Die Kanüle des Infusionssets, welches die Insulinpumpe mit dem Körper verbindet, liegt im Unterhautfettgewebe. Bei einem CGM-System trägt man eine (weitere) Kanüle im Unterhautfettgewebe: die des Sensors. Er misst dort den Gewebezucker. Die Kanüle eines Infusionssets kann nicht gleichzeitig die Glukosewerte messen. An einer solchen „Single Port“-Lösung wird zurzeit geforscht. Der Sensor wird mit einer Einführhilfe (Serter) ins Unterhautfettgewebe eingebracht. Er kann – je nach System – bis zu 7 Tage liegen bleiben, bevor er gewechselt werden muss. Der Sensor ist ein steriler Einmalartikel, der nach Gebrauch entsorgt wird.

NEU: Das Langzeit-CGM System Eversense XL von Roche Diabetes Care. Hier wird ein implantierter Langzeit-Sensor bis zu 6 Monaten unter der Haut getragen. Die Werte werden auf dem Smartphone (Empfänger) angezeigt.

2. Der Sender / Transmitter

Auf den Sensor aufgesteckt wird ein Sender, auch Transmitter genannt. Dieser überträgt das Messsignal aus dem Sensor per Funk an den Empfänger. Er klebt von außen sichtbar auf der Haut. Der Sender wird immer wieder verwendet, seine Energie erhält er über eine Batterie/einen Akku.

3. Der Empfänger

Verarbeitet, dargestellt und gespeichert werden die gemessenen Glukosewerte in einem externen Empfangsgerät. Hier werden die Werte alle fünf bis zehn Minuten aktualisiert und können abgelesen werden (siehe auch: Was können CGM-Systeme?)

Bei den Empfangsgeräten gibt es drei Varianten:

Der Wert wird auf einem eigenen Empfänger dargestellt

Dies ist beim Dexcom G4 Platinum, Dexcom G5 Mobile und Guardian Connect der Fall. Das Gerät kann zum Beispiel am Bauch oder Arm getragen werden.

Der Wert wird in der Smartphone-App angezeigt

Mit der CGM App haben Sie Ihre Glukosewerte auf Ihrem Smartphone immer im Blick wie zum Beispiel:

Der Wert wird im Display der Insulinpumpe angezeigt

Die Insulinpumpen MiniMed 640G, MiniMed Veo und Animas Vibe Platinum verfügen über eine integrierte CGM-Funktion. Das bedeutet: In Kombination mit einem Sensor und einem Sender können sie zum CGM-System erweitert werden. Diese Lösung bietet sich besonders für Patienten an, die mit einer Insulinpumpen-Therapie behandelt werden.

Man muss außerdem wissen, dass die Blutzucker-Selbstkontrolle im Zusammenhang mit der kontinuierlichen Glukosemessung nicht überflüssig wird. Jedes CGM-System ist regelmäßig zu kalibrieren. Dazu wird der Blutzucker ein- bis dreimal täglich konventionell gemessen und der Wert dann in den Empfänger eingegeben.

Bildquelle: Medtronic