Therapie anpassen

Für die Insulinanpassung beim Sport gibt es keine pauschalen Regeln. Die persönliche Erfahrung spielt eine entscheidende Rolle.

Basalrate senken

Pumpenträger haben den großen Vorteil, dass sie flexibel und relativ kurzfristig ihr Insulin anpassen können. Alle Insulinpumpen bieten heute die Möglichkeit, die Basalrate über eine gewisse Zeit prozentual zu senken, ohne dabei das ursprüngliche Profil zu verändern. Das heißt: Der Abgaberhythmus bleibt gleich, aber die Menge des Insulins wird prozentual für einen gewissen Zeitraum herabgesetzt. Die Dauer legt man dabei selbst fest. Die Senkung kann jederzeit abgebrochen werden.

Bei der Festlegung der Basalratensenkung sind die folgenden Faktoren zu berücksichtigen:

  • Ausgangsblutzucker im Zeitpunkt der Senkung
  • Intensität des geplanten Sports (hier orientiert man sich an seiner persönlichen Skala)
  • Eventuell noch wirkendes Bolusinsulin

Vorlaufzeit der prozentualen Basalratensenkung

  • Mindestens eine Stunde (Analoginsulin)
  • Mindestens zwei Stunden (Normalinsulin)

Vor der sportlichen Betätigung Blutzucker messen.

Zum Zeitpunkt der Senkung den Zielwert von ca. 170 mg/dl (9,4 mmol/l) im Auge behalten.

Achten Sie nach dem Sport auf den Muskelauffüllefekt.

Tipp: In kleinen Schritten herantasten

Die temporäre Basalrate kann bei Insulinpumpenträgern in Schritten von 10 % (Accu-Chek und Animas-Insulinpumpen), 5% (Insulin-Patch-Pumpe Omnipod), bzw. 1% (Insulinpumpe MiniMed Veo) gewählt werden. Damit kann man sich Schritt für Schritt an die optimale Senkung der Basalrate beim Sport herantasten.

Generell gilt: Besser zu viel Insulin reduzieren als zu wenig, um das Risiko einer Hypoglykämie zu minimieren. Ein kurzfristig erhöhter Blutzucker ist dagegen leicht korrigierbar.