Insulinpumpen-Therapie

Den Diabetesalltag flexibler gestalten

In Deutschland tragen inzwischen mehr als 55.000 Menschen eine Insulinpumpe, darunter ca. 6.000 Kinder und Jugendliche. Damit hat sich die Insulinpumpen-Therapie (CSII = kontinuierliche subkutane Insulin-Infusion) in den vergangenen 35 Jahren zu einer bewährten Behandlungsmethode für Menschen mit Typ-1-Diabetes entwickelt. Wenn Sie sich für eine Insulinpumpe interessieren bzw. Ihr Arzt Ihnen eine Insulinpumpe empfohlen hat, möchten wir Sie gerne bei der Entscheidung unterstützen.

Den Diabetesalltag flexibler gestalten

Mit der intensivierten konventionellen Insulintherapie (ICT) fühlen sich Menschen mit Typ-1-Diabetes im Alltag oftmals eingeschränkt. Um die Grundversorgung des Körpers mit Insulin (Basalinsulin) decken zu können, muss morgens und abends, manchmal noch zusätzlich mittags, langwirksames Insulin injiziert werden. Zusätzlich wird kurz wirksames Insulin zu den Mahlzeiten benötigt (Bolusinsulin).

Dieses Basis-Bolus-Prinzip liegt grundsätzlich auch der Insulinpumpen-Therapie zugrunde. Aber: Statt mehrmals am Tag mit dem Pen Insulin zu spritzen, tragen Sie eine Insulinpumpe, über die der Körper kontinuierlich mit dem Insulin-Grundbedarf versorgt wird. Den Bolus geben Sie einfach per Knopfdruck ab. Durch die kontinuierliche Versorgung mit Insulin kann sich Ihre Stoffwechsellage entscheidend verbessern – verbunden mit höherer Flexibilität und Lebensqualität für Sie.

24 Stunden mit Insulin versorgt

Eine Insulinpumpe wird Sie 24 Stunden am Tag begleiten. Wie ist es, Tag und Nacht dieses „Ding“ zu tragen? Beim Sport? Nachts? Beim Sex? Das kann Ihnen keine Broschüre vermitteln. Am besten unterhalten Sie sich darüber mit Pumpenträgern. Vielleicht können Sie eine Insulinpumpe in der Diabetesberatung einen Tag „trocken“ ausprobieren. Die Erfahrung zeigt: Wer sich einmal für eine Insulinpumpe entschieden hat, will sie selten wieder ablegen. Die Vorteile der Therapie sind überzeugend. Besonders bei der Therapie mit Kindern und Jugendlichen haben sich die Insulinpumpen etabliert.

Der Grundbedarf: Viele kleine Insulindosen

Bei einem Nicht-Diabetiker gibt die Bauchspeicheldrüse in ganz kurzen Abständen kleine Mengen von Insulin an den Blutkreislauf ab, um Glukose aus dem Blut in die Zellen transportieren und daraus Energie gewinnen zu können. Dieses Prinzip ist das Vorbild für die Insulinpumpen-Therapie. Zur Abdeckung des Grundbedarfs werden über die Insulinpumpe automatisch in kurzen Abständen kleinste Mengen schnellwirksamen Insulins (Normal- oder kurzwirksames Analoginsulin) abgegeben. Da auch für das Bolusinsulin kurzwirksames Insulin benötigt wird, bedeutet das: Sie benötigen nur eine Sorte Insulin und erhalten ca. 480 minimale Insulindosen pro Tag. So kann die Insulinversorgung optimal an den Bedarf angepasst werden.

Bei der Abgabe des Insulin-Grundbedarfs folgt die Insulinpumpe einem individuell programmierbaren Schema, das man Basalratenprofil nennt. Es wird gemeinsam mit dem Diabetesteam bei der Einstellung auf die Insulinpumpe erarbeitet und kann später immer wieder angepasst werden.

Zusätzlich zum Insulin-Grundbedarf, der automatisch rund um die Uhr von der Insulinpumpe abgegeben wird, muss der mahlzeitenabhängige Insulinbedarf abgedeckt werden. Im Unterschied zur ICT entfällt das Injizieren. Sie geben den Bolus ganz einfach per Knopfdruck über die bereits liegende Kanüle ab.

Vorteile der Insulinpumpe sind somit:

  • Sie können eine stabilere Stoffwechseleinstellung erreichen.
  • Die Insulinpumpe hilft Ihnen dabei, schwere Unterzuckerungen zu vermeiden, insbesondere während der Nacht.
  • Sie haben die Möglichkeit, hohe Blutzuckerspitzen am Morgen („Dawn-Phänomen“ oder „Morgendämmerungsphänomen“ genannt) zu vermeiden – und trotzdem morgens auszuschlafen.
  • Sie können schnell auf einen veränderten Insulinbedarf reagieren, zum Beispiel bei Bewegung/Sport und Krankheit.
  • Die Flexibilität bei den Mahlzeiten erlaubt Ihnen, mit Genuss zu essen – ohne Zwang.
  • Ein variabler Tagesrhythmus, zum Beispiel bei Berufen mit Reisetätigkeit oder Schichtarbeit, lässt sich besser mit der Therapie vereinbaren.
  • Die Injektionen entfallen – stattdessen wechseln Sie alle zwei bis drei Tage die Kanüle.
  • Sie können fett- und eiweißreiche Mahlzeiten besser abdecken, zum Beispiel durch die Abgabe eines verzögerten Bolus.
  • Sie haben die Möglichkeit, bei Bedarf zwischendurch einen Korrekturbolus abzugeben.

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Bitte beachten Sie: Eine Insulinpumpe kann vieles erleichtern, übernimmt aber nicht das „Denken“ im Rahmen der Diabetestherapie. Ihre aktive Mitarbeit ist weiterhin unbedingt erforderlich. So sind zum Beispiel regelmäßige Blutzucker-Selbstkontrollen und Insulinanpassungen sowie eine enge Zusammenarbeit mit dem Diabetesteam eine Grundvoraussetzung für den Therapieerfolg.

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