Insulin mit Insulinpumpe flexibel anpassen

Eine Insulinpumpe bietet die Chance, im Alltag flexibel auf neue Situationen reagieren zu können. Mit keiner anderen Insulintherapie lässt sich die physiologische Funktion der Bauchspeicheldrüse so gut nachahmen wie mit der Insulinpumpen-Therapie. Moderne Insulinpumpen ermöglichen dabei durch Programmierung der Basalrate eine optimale Versorgung mit dem Grundbedarf an Insulin (Basalinsulin), das der Körper unabhängig vom Mahlzeiten-Insulin (Bolusinsulin) benötigt. Dabei unterscheidet man

längerfristig: das Basalratenprofil

Darstellung eines längerfristigen Basalratenprofils

Viel Insulin am Morgen, wenig am Mittag, etwas mehr am Abend und sehr wenig nachts. Das ist der physiologische Insulinbedarf des Körpers. Insulinpumpen können eine annähernd genaue Abdeckung dieses individuellen Insulinbedarfs mit Hilfe von – je nach Modell – 12, 24 bzw. 48 variablen Basalratenzeitblöcken erreichen. Zusammen ergeben sie das Basalratenprofil, das in der Regel über einen längeren Zeitraum beibehalten wird.

kurzfristig: die temporäre Basalrate

Darstellung einer temporären Basalrate

Auch alltägliche Situationen können den Insulin-Grundbedarf beeinflussen. Dazu gehören z.B. jede Art von körperlicher Aktivität (nicht nur Sport), aber auch Bettruhe oder die Einnahme bestimmter Medikamente. In diesen Fällen kann man über eine kurzfristige Senkung der Basalrate oder Erhöhung der Basalrate die Insulinzufuhr optimal auf die Bedürfnisse des Körpers abstimmen. Dieses „Arbeiten“ mit der temporären Basalrate gehört zu den großen Vorteilen einer Insulinpumpe, weil so mehr Spontaneität möglich ist.

Das bieten Ihnen die Insulinpumpen-Modelle

Alle Insulinpumpen-Modelle bieten die Möglichkeit, eine temporäre Basalrate einzustellen. Dazu wird die programmierte Basalratenmenge über das entsprechende Menü für einen festgelegten Zeitraum prozentual oder absolut gesenkt bzw. erhöht. Danach kehrt die Insulinpumpe automatisch zum alten Basalratenprofil zurück. Um wie viel Prozent oder wie viele Einheiten eine Senkung oder Erhöhung sinnvoll ist, sollten Sie mit Ihrem Diabetesteam besprechen und vor allem ausprobieren; generelle Regeln gibt es hier nicht.