COVID-19 – Was ich als Mensch mit Typ-1-Diabetes dazu denke

Artikel zum Thema Corona (COVID-19) beinhalten im Moment viel Konfliktpotential, denn das Feedback lautet fast immer: Es wird sich zu viel gesorgt – oder eben zu wenig. Während es für einige um reine Vorsichtsmaßnahmen geht, leben andere bereits mit großer Zukunfts- beziehungsweise Existenzangst.

Ein ganz besonderes Ehrenamt Pate auf Zeit

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Ich selbst bin weder Virologin, noch anderweitig qualifiziert, um die aktuelle Lage offiziell einschätzen oder bewerten zu können. Meine Gedanken als Mensch, der zur „Risikogruppe“ gehört, möchte ich dennoch teilen.

Ich bin ein Angsthase, ganz prinzipiell bei allem, was sich zum Angsthaben anbietet und auch darüber hinaus – wir wissen doch schließlich alle, wie gruselig Schmetterlinge sind, oder? Von ganz diffuser Angst bis hin zu begründeter Angst um Menschen, die mir nahe stehen und nicht zuletzt auch um mich selbst begegne ich diesem Gefühl regelmäßig. Kein Wunder also, dass ich gerade nicht pfeifend durch die Weltgeschichte laufe. Mich berührt diese ganze Corona-Thematik. Sie macht mir – und das ist jetzt wohl wenig überraschend – Angst.

Ich gehöre in die Kategorie der „Risikopatient*innen“, da ich mehrfach chronisch krank bin. Das beunruhigt mich, aber das ist nicht mein größtes Problem. Ich bin in der privilegierten Situation grundsätzlich von zu Hause aus zu arbeiten und mir so viel Insulin und Lebensmittel in den Kühlschrank legen zu können, dass ich mich versorgt fühle. Zumindest fürs erste. Ich wasche meine Hände mehrmals täglich sehr gründlich und desinfiziere nicht nur mein Smartphone, sondern auch meine ganzen Diabetes-Hilfsmittel jeden Tag mit Alkoholtupfern. Ich versuche, mich zu schützen, soweit dies eben möglich ist. Aber diese Möglichkeit umfasst nun einmal keine Immunität gegen Corona.

Jeden Tag tauchen mit der steigenden Zahl der infizierten Personen auch mehr Tipps auf. Teilweise klingt das sogar ganz spaßig: Endlich mal ein neues Hobby aneignen oder die Lieblingsserie noch einmal von vorne gucken. Und wenn man mit all dem fertig ist, könne man sich ja um „Alte und Kranke“ - wie Menschen aus der „Risikogruppe“ gerne zusammengefasst werden – kümmern. Und damit komme ich zu dem Punkt, der mich fertig macht.

Ich möchte nicht die ganze Zeit rumlaufen und auf meine Situation aufmerksam machen. Im Alltag bestehe ich doch sogar mehr oder weniger darauf, mich wegen meiner chronischen Erkrankungen nicht anders zu behandeln als rundum gesunde Menschen. Außer, wenn ich darum bitte, was mir jedes Mal schwer fällt. Und jetzt muss ich wohl bitten, ganz offen. Ich muss um Rücksicht bitten und abwarten.

Katharina Weirauch

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