Diabetologie aus Berufung

Fortsetzung

In die Diabetologie ist Katarina Braune dann tatsächlich aufgrund ihres Engagements für Menschen mit Diabetes gerutscht.

Diabetologie aus Berufung

©iStock.com/imtmphoto

„Früher hieß es immer: Erzähle bloß nirgends, dass du Diabetes hast“, erinnert sie sich. „Da findet aus meiner Sicht gerade ein Paradigmenwechsel statt. Das beobachte ich auch in der Looper-Bewegung.“ Es gebe zunehmend Ärzte mit Typ-1-Diabetes, die selber loopen und die Entwicklung öffentlich unterstützen. Überhaupt gehe man mit vielen Dingen offener um. Apropos: Katarina Braune macht kein Geheimnis aus der Tatsache, dass medizinische Systeme, die nicht zugelassen sind, inzwischen von Tausenden genutzt werden. Auf die Frage, was sie interessierten Patienten sagt, antwortet sie: „Eine vernünftige Unterhaltung kann man über alles führen! Ich rate niemandem: Bau dir dies und hier findest du das. Ich darf als Ärztin nur offiziell zugelassene Systeme empfehlen. Aber man spricht darüber, welche wissenschaftlichen Ergebnisse es zum Thema DIY (do it yourself) bereits gibt. Natürlich muss man immer auf Risiken hinweisen. Hinter einem selbstgebauten DIY-Closed-Loop steht keine Firma, es gibt keine Zulassungsstudien und somit auch keine Gewährleistung, wenn etwas schief gehen sollte. Wenn ein Patient bzw. eine Familie sich aber dafür entscheidet, dann werde ich als Ärztin seine bzw. ihre individuelle Entscheidung respektieren.“ Wer loopt und dabei mit Geduld und Vernunft vorgeht, werde als Ergebnis gute Werte und mehr Lebensqualität erhalten. Man müsse sich aber zunächst mit den „Basics” der Diabetestherapie beschäftigen wollen, sonst funktioniert es nicht. Daher ist DIY auch nicht für jeden geeignet. Aber – und davon ist Katarina Braune überzeugt – mit den richtigen Tools kann man gute Ergebnisse erzielen. „Der DIY-Closed-Loop ist eine Chance – für uns alle: ÄrztInnen, WissenschaftlerInnen, PatientInnen und die Industrie.”

Weltweit an einem Strang ziehen
„Die derzeitige Art und Weise, wie Medizinprodukte erstellt und reguliert werden, entspricht nicht dem, was Patienten brauchen. Das ist unsere Botschaft. Das Thema DIY wird momentan noch nicht in der Tiefe verstanden und deshalb haben sich weltweit alle, die dazu forschen, zusammengeschlossen. Wir sammeln Evidenz und gehen in den Dialog. Mit der Industrie und mit regulatorischen Behörden. Wenn alle sich öffnen, kann es gelingen, für jeden den richtigen Weg zu finden“, ist Katarina Braune sicher

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