Ins Krankenhaus mit Diabetes: Gute Vorbereitung ist wichtig

Wenn Menschen mit Diabetes ins Krankenhaus müssen, ist die Ursache dafür nur selten der Diabetes selbst. Der wird in der Patientenakte schnell zur Nebendiagnose. Aus eben diesem Grund ist gute Vorbereitung gefragt.

Ins Krankenhaus mit Diabetes:
Gute Vorbereitung ist wichtig

Agenturfoto. ©iStock.com/Clarence426

Jeder dritte bis vierte Patient im Krankenhaus ist Diabetiker. Das bedeutet aber nicht, dass im Umkehrschluss jeder vierte Patient wegen seines Diabetes in eine Klinik aufgenommen wird. Die meisten sind aufgrund einer anderen Erkrankung in Behandlung. Ob kardiovaskuläre Ursachen oder ein Nierenstein, eine Operation am Bewegungsapparat oder auch eine Augen-OP – ganz gleich, welche Diagnose eine stationäre Aufnahme erforderlich macht: Der Diabetes wird plötzlich zur Nebendiagnose.

Gute Planung
Steht eine längerfristig geplante OP an, bleibt meist noch ausreichend Zeit, sich mit der Klinik in Verbindung zu setzen. Glück hat, wer in der Nähe eines für Diabetespatienten zertifizierten Krankenhauses wohnt oder die Möglichkeit hat, sich dort behandeln zu lassen. Doch wenn es keine Diabetologie in der ausgewählten Klinik gibt – durch gute Kommunikation im Vorfeld lassen sich diabetesbedingte Komplikationen vermeiden. In jedem Fall sollte das medizinische Fachpersonal vorab über die Diabetes-Erkrankung des Patienten und die Insulinpflicht informiert werden.

Was passiert mit der Insulinpumpe?
Insulinpumpen-Träger müssen sich gegebenenfalls darauf einstellen, dass die Pumpe während einer Operation abgelegt werden muss. Warum? Weil sich das Personal im Operationssaal in der Regel nicht mit der Insulinpumpe auskennt und der Stoffwechsel sich stressbedingt anders verhält als erwartet. Neben einer möglicherweise verminderten Durchblutung kann es zu unvorhergesehenem Blutverlust, Übelkeit oder Erbrechen kommen. Das verändert den Insulinbedarf. „Bei Operationen oder auf der Intensivstation und bei Bewusstlosigkeit empfehle ich immer, die Pumpe zu entfernen“, sagt Professor Andreas Fritsche. Sei niemand vor Ort, der die Pumpe bedienen könne, so der Diabetologe und DDG-Experte, der an der Uniklinik Tübingen tätig ist, sei es sicherer, die Therapie nach den Vorgaben des Krankenhauses weiterlaufen zu lassen. Unter Vollnarkose sollte die Insulintherapie in den Händen des Anästhesisten liegen, im Idealfall nach vorheriger Rücksprache.

Verantwortung beim Krankenhaus
Die Verantwortung für den Patienten während des gesamten Krankenhausaufenthaltes liegt beim Stationsarzt. Das ist wichtig zu wissen, sagt Prof. Fritsche. Denn dadurch erkläre sich auch, dass Ärzte und Personal im Krankenhaus mitunter wenig verständnisvoll sind, wenn die Patienten im Alleingang ihre Diabetestherapie fortführen, ohne die Verantwortlichen auf der Station in Kenntnis zu setzen. Die Kommunikation sollte auf beiden Seiten transparent und vollständig sein. Der Patient müsse dokumentieren, welche Werte er selbst gemessen habe, was gegessen und wie viel Insulin gespritzt wurde. Das Krankenhaus ist verpflichtet, die Werte noch einmal gegenzuchecken.

Fortsetzung folgt...

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