Ins Krankenhaus mit Diabetes Teil II

Dass sich das medizinische Personal mit jeder Insulinpumpe auskennt, kann man nicht erwarten. Wichtig ist gute Kommunikation vorab.

Ins Krankenhaus mit Diabetes:
Gute Vorbereitung ist wichtig

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Wer von einer lebensnotwendigen und sehr individuell eingestellten Insulintherapie abhängig ist, ist darauf angewiesen, dass das medizinische Personal gut informiert ist. Leider, sagt Prof. Fritsche, ist das nicht immer so einfach. Fehler passierten auf beiden Seiten: Während die Patienten häufig für sich ihre Therapie fortführten, fehle es manchmal sowohl Ärzten als auch Pflegekräften im Krankenhaus an ausreichendem Wissen. Es sei skandalös, dass trotz der hohen und steigenden Anzahl von Menschen mit Diabetes Typ 1 und Typ 2 die Diabetesabteilungen in Krankenhäusern systematisch abgebaut werden. Die Begründung, erläutert der DDG-Experte, laute immer, Diabetes sei ein ambulantes Fach und habe nichts im Krankenhaus zu suchen. Dabei werde völlig vergessen, dass Diabetespatienten mit zunehmenden Alter mit derselben Wahrscheinlichkeit wie andere auch aufgrund ganz anderer Diagnosen behandelt werden. „Meiner Ansicht nach müsste es in jedem größeren Krankenhaus eine Diabetesfachabteilung geben.“ Bis sich gesundheitspolitisch etwas bewegt, sollten Diabetespatienten selbst aktiv werden und dem Krankenhauspersonal ihre Therapie erklären. „Das kann man üben!“, sagt Fritsche, denn nicht jeder hat in dieser, ohnehin besonderen Situation, das Selbstbewusstsein, einem Chef- oder Oberarzt, der nicht vom Fach ist, seine individuelle Diabetestherapie zu erläutern. Deshalb, rät der Diabetologe, müsse man trainieren: in Schulungen, Rollenspielen, mit Angehörigen.

Im Notfall
Ist ein Notfall der Grund für eine stationäre Aufnahme, sind erreichbare Angehörige, die sich mit der jeweiligen Therapie auskennen, eine große Hilfe. SOS-Armbänder erleichtern Sanitätern die Kontaktaufnahme und informieren über das Vorliegen eines Diabetes. Die wichtigste Angabe ist die Insulinpflicht des Patienten. Es kommt leider immer wieder vor, dass Ärzte und Krankenpfleger den Unterschied zwischen Typ-1- und Typ-2-Diabetes nicht kennen. Prof. Fritsche weist darauf hin, dass immer wieder bei betagten Typ-1-Diabetespatienten das Insulin ganz abgesetzt wird, im Glauben, es handele sich um einen Typ-2-Diabetes. Hier braucht es Ansprechpartner, die dem Klinikpersonal klarmachen: Ein Typ-1-Diabetiker braucht immer Insulin! Der Diabetologe empfiehlt allen Diabetespatienten eine Person ihres Vertrauens zu bevollmächtigen, damit diese im Notfall als Ansprechpartner zur Verfügung stehen kann.

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