„Richtig gut wurde es erst mit dem Omnipod“

Wenn Megan tanzen kann, ist sie glücklich. Die 23-Jährige ist zweifache Europameisterin im Hip Hop, unterrichtet Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene im Tanzsportverein und studiert Internationales Marketing in den Niederlanden. Möglich ist das alles, weil sie ihren Diabetes mit dem Omnipod gut im Griff hat.

„Richtig gut wurde es
erst mit dem Omnipod“

© Bild: privat

Als Megan 2009 die Diagnose Typ-1-Diabetes erhielt, war sie 13 Jahre alt. Kein einfaches Alter, um mit einem chronischen Begleiter konfrontiert zu werden, der fortan das Leben mitbestimmt. „Die ersten Jahre waren extrem hart“, erinnert sie sich. „Ich musste mich wirklich überwinden, um Insulin zu spritzen.“ Eine ihrer größten Sorgen war, nicht mehr tanzen zu können.

Das Talent zum Tanzen wurde der jüngsten von vier Geschwistern in die Wiege gelegt. Seit Megan fünf ist, tanzt sie Hip Hop. Als Mutter Karola Walkowiak den Tanzsportverein Nettetal e.V. gründet, ist Megan zehn Jahre alt. „Der Diabetes war ein großer Schock!“ Doch der Wille, weiter tanzen zu wollen, ist am Ende auch Motivation, den Diabetes in den Griff zu bekommen. „Irgendwann wurde mir klar: Wenn du tanzen willst, musst du dich um den Diabetes kümmern.“

Ideal zum Tanzen: eine schlauchlose Pumpe
Richtig gut, sagt Megan, wurde es, als sie mit 18 Jahren ihren ersten Omnipod erhielt. „Ich hatte bis dahin eine Insulinpumpe immer abgelehnt. Der Schlauch würde beim Tanzen zu sehr stören.“ Als sie in einem Bericht der örtlichen Tageszeitung vom schlauchlosen Pod erfuhr, ging es plötzlich sehr schnell. Die Genehmigung durch die Krankenkasse war kein Thema, erzählt Megan, denn zum einen hatte sie häufig mit Blutzuckerschwankungen zu kämpfen, zum anderen hatte sie sich bereits um einen Schwerbehindertenausweis gekümmert. „Das ist hilfreich.“

Training mit dem Omnipod
Am Omnipod schätzt Megan, dass die Insulinpumpe ohne Schlauch funktioniert, sehr klein ist und „bombenfest“ sitzt. „Selbst wenn ich fünf Stunden hintereinander trainiere und schwitze, brauche ich kein zusätzliches Tape. Immer wenn ich tanze, nutze ich eines meiner gespeicherten Basalratenprofile und zusätzlich die Möglichkeit der temporären Basalrate: Je nach Trainingseinheit und Blutzuckerwert variiert diese.“ So stellt Megan sie vor und nach dem Training auf minus 50 Prozent und während des Trainings auf bis zu minus 90 Prozent ein. So gut wie alle vier Wochen kommt das, gemeinsam mit ihrem Diabetologen erarbeitete, zweite Profil zur Anwendung. Denn wenn die monatliche Regelblutung einsetzt, sorgen Hormone – unabhängig vom Training – für eine Achterbahnfahrt des Blutzuckers. Dadurch, dass Megan ihre Werte regelmäßig kontrolliert, hat sie inzwischen einen guten Überblick, wie dieser wann reagiert. Momentan macht sie gerade eine Pause vom FreeStyle Libre. „Generell fühle ich mich oft sicherer, wenn ich manuell messe. Während des Trainings geht sie auf Nummer sicher und misst alle 30 Minuten. Disziplin gehört dazu. Beim Tanzen und beim Diabetes.

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