SGLT-Hemmer bei Typ-1-Diabetes

Zusätzliche orale Therapie

Im Mai dieses Jahres hat die erste orale Therapie zur Behandlung des Typ-1-Diabetes die Zulassung in Europa erhalten, in Deutschland steht die Zulassung allerdings noch aus.

Zusätzliche orale Therapie

©iStock.com/FredFroese

Der Wirkstoff Sotagliflozin kann zusätzlich zur Insulintherapie bei Erwachsenen mit Typ-1-Diabetes verordnet werden. Wer profitiert? Besonders gut geeignet scheint der Wirkstoff für übergewichtige Typ-1-Diabetiker zu sein, die Schwierigkeiten haben, den Blutzuckeranstieg nach dem Essen in den Griff zu bekommen. Denn durch die Hemmung von zwei Proteinen (SGLT1 und SGLT2), die für den Glukosetransport im Magen-Darm-Trakt verantwortlich sind, ist Sotagliflozin in der Lage, eine langsamere Zuckeraufnahme im Darm zu bewirken.

In einem großen klinischen Studienprogramm wurde durch die zusätzliche orale Behandlung eine erhebliche Verbesserung der Therapie erreicht. So konnten, bei Erwachsenen mit unzureichend kontrolliertem Typ-1-Diabetes, sowohl der HbA1c als auch das Körpergewicht und der systolische Blutdruck beständig und wesentlich verringert werden. Verbessert werden konnte die Zeit im Blutzuckerzielbereich sowie das vom Patienten subjektiv empfundene Ergebnis im Vergleich zur Behandlung mit Insulin alleine. Da hinsichtlich der Nebenwirkungen das Risiko für Pilzerkrankungen (Genitalmykosen) und Diabetische Ketoazidosen (DKA) erhöht ist, müssen die geeigneten Patienten besonders sorgfältig ausgewählt werden. Von Bedeutung ist auch eine gute Schulung für Patienten, Ärzte und Betreuer sowie die Fähigkeit zur Keton-Selbstkontrolle.

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