Typ-F-Diabetiker: „F“ wie Freunde und Familie

Angehörige beschäftigen sich oft genauso intensiv mit dem Diabetes wie die Betroffenen selbst. Deshalb werden sie als Typ-F-Diabetiker bezeichnet. „F“ steht für Familie und Freunde.

Typ-F-Diabetiker:
„F“ wie Freunde und Familie

Agenturfoto. Mit Models gestellt. ©iStock.com/AleksandarNakic

„Als ich meine Freundin Lisa vor sechs Jahren kennen lernte, wollte sie zunächst nicht, dass ich mich in ihren Diabetes einmische. Die Krankheit sei ihre Sache, und das habe ich respektiert“, erzählt Peter B., Maschinenbau-Student aus Kassel. Doch dann wurde Lisa mit einem diabetischen Koma, ausgelöst durch absoluten Insulinmangel, ins Krankenhaus eingeliefert. Peter Baumbach machte sich Vorwürfe und fragte sich, ob er die Situation hätte verhindern können. Ab diesem Zeitpunkt stand für den Ende 20-Jährigen fest: „Ich bringe mich ein. Schließlich bin ich Typ-F-Diabetiker“, sagt er. Auch für Lisa war fortan klar, dass sie ihren Lebenspartner stärker einbezieht. Familie, Freunde und Lebenspartner erleben den Alltag der Diabetiker oft hautnah mit. Ob bei gemeinsamen Mahlzeiten, zu denen Insulin gespritzt werden muss, oder bei der Urlaubsplanung, wenn es darum geht, ausreichend Insulinampullen und Teststreifen im Gepäck zu haben. Nicht zuletzt entwickeln Angehörige meist ein gutes Gespür für eine drohende Unterzuckerung ihrer Liebsten.

Schulungen für Angehörige
Peter B. hat seine Freundin zu einer Diabetesschulung für Betroffene begleitet, um mehr über die Erkrankung zu erfahren. „Die Diabetesberaterin hat sich gefreut, dass ein Angehöriger so engagiert ist“, erinnert er sich. Einer Erhebung zufolge sind 70 Prozent der Diabetestherapeuten davon überzeugt, dass Familie und Freunde eine wichtige Rolle spielen. Dennoch hat ein Großteil von ihnen noch nie an einer Schulung teilgenommen. Der Grund: Es gibt bislang kaum Angebote. „Die Tatsache, dass die physischen, emotionalen und auch finanziellen Belastungen vom gesamten sozialen Umfeld getragen werden, scheint man häufig zu ignorieren“, sagt Dr. Gottlobe Fabisch, Geschäftsführerin des Verbands der DiabetesBeratungsund Schulungsberufe in Deutschland e.V. (VDBD). Der VDBD entwickelt nun ein Schulungsprogramm für Angehörige, unterstützt vom Bundesministerium für Gesundheit. In einem ersten Schritt wurden Angehörige, Ärzte und Berater nach konkreten Belastungen und Bedürfnissen befragt. Darauf basierend entsteht aktuell ein SchulungsCurriculum. Anschließend wird die Angehörigenschulung in der Praxis getestet. Auch wenn es keine reine Angehörigenschulung war, ist Peter B. froh, an einer Maßnahme für Betroffene teilgenommen zu haben. Mit seiner Freundin ist er inzwischen ein eingespieltes Team. „Natürlich habe ich nicht ihr Diabetesmanagement übernommen. Aber hin und wieder schaue ich auf die Insulinpumpe oder frage nach den Werten. Vor allem weiß ich, was ich in Notsituationen zu tun habe.“

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